1. Beschäftigungsentwicklung in der Region Main-Rhön
Die Ergebnisse der ersten Teilanalyse betreffen die bisherige Beschäftigungsentwicklung in der Region Main-Rhön. Neben der allgemeinen Beschäftigungsentwicklung in Main-Rhön in den Jahren nach der Krise 1992/1993 werden auch Aussagen zur Beschäftigungsentwicklung auf der Ebene der Berufe getroffen.
Beschäftigungsstruktur in der Region Main-Rhön
Im Vergleich mit Westdeutschland und Bayern hat die Beschäftigung in der Region Main-Rhön nach der Krise 1992/1993 eine positivere Entwicklung genommen, auch wenn der Beschäftigungshöchststand von 1992 nicht mehr erreicht wurde.
Nach wie vor ist das verarbeitende Gewerbe der dominante Wirtschaftszweig.
Aber: Seit 1992 vollzieht sich ein deutlicher Strukturwandel mit steigenden Beschäftigungsanteilen im Dienstleistungssektor.
Die Frauen- und Teilzeitbeschäftigung ist deutlich gestiegen und hat sich an das Niveau von Westdeutschland und Bayern angeglichen. Teilzeitbeschäftigte Frauen sind die „Gewinnerinnen“ des Strukturwandels auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Die Region weist einen im Vergleich mit Westdeutschland und Bayern hohen Anteil von Beschäftigten mit abgeschlossener betrieblicher oder schulischer Berufsausbildung, jedoch einen unterdurchschnittlichen Anteil von Beschäftigten mit Hochschulausbildung auf.
Der Anteil älterer Beschäftigter ist relativ gering, jüngere Beschäftigte haben einen relativ hohen Anteil: Der Beschäftigungsabbau vergangener Jahre hinterlässt überdurchschnittlich junge Belegschaften.
Die beruflichen Strukturen in der Region Main-Rhön folgen dem Wandel der regio-nalen Wirtschaftsstruktur: Zuwächse sind bei den Dienstleistungsberufen sowie Gesundheitsberufen, persönlichen und haushaltsbezogenen Dienstleistungsberufen, Lager- und Verkehrsberufen und Verwaltungs- und Büroberufen festzustellen.
Überdurchschnittliche Zuwächse erfolgten bei technisch-naturwissenschaftlichen Berufen.
Gegen den bundesweiten Trend entwickelten sich einige Fertigungsberufe (Metall/ Elektro): sie konnten ihre Beschäftigtenzahlen ausweiten bzw. das Beschäftigungsniveau halten.
Verlierer der Beschäftigungsentwicklung sind die Bau- und Baunebenberufe.
Aber: Innerhalb der Berufsgruppen gibt es sehr differenzierte Entwicklungen.
In den beschäftigungsstarken Berufsfeldern finden sich hohe Anteile von Beschäftigten mit betrieblicher/schulischer Ausbildung.
Die Beschäftigten ohne formale Ausbildung konzentrieren sich im Dienstleistungssektor und bei einfachen Montagetätigkeiten im produzierenden Gewerbe.
Die Qualifikationsstrukturen haben sich in den letzten Jahren verändert: zunehmend erfolgt ein Einsatz von formal qualifizierten Arbeitskräften – auch in Berufsfeldern mit bisher hohem Anteil von Arbeitskräften ohne Ausbildung.
Der Anteil von „Hilfskräften“ stagniert auf niedrigem Niveau
Aber: Der Anteil Beschäftigter „unter 25 Jahre“ ist in dieser Kategorie leicht angestiegen.
Durch weit überdurchschnittliche Ausbildungsaktivitäten zeichnen sich einige wich-tige regionale fertigungsbezogene Berufsfelder aus: z.B. Mechaniker, Schlosser, Elektriker.
Überdurchschnittliche Ausbildungsquoten gibt es auch in einigen Dienstleistungsberufen: Warenkaufleute, Gesundheitsdienstberufe, Speisebereiter (vor allem Köche).
Zum Teil entwickelt sich die Ausbildung gegen Trend der Beschäftigungsentwicklung: – Hohe Ausbildungsintensität bei Beschäftigungsabnahme: Bau- und Baunebenberufe – Geringe Ausbildungsintensität bei Beschäftigungsexpansion: Lager- und Logistikberufe, Ordnungs- und Sicherheitsberufe, Reinigungsberufe.
Hohe Ausbildungsquoten zeigen sich auch in einigen Berufen mit geringer quantita-tiver Bedeutung und wenig dynamischer Beschäftigungsentwicklung: Ernährungsbe-rufe (Backwaren und Konditorwarenhersteller, Fleischverarbeiter), Körperpfleger (Friseure), Gästebetreuer.
Solche Differenzen zwischen Beschäftigungsentwicklung und Ausbildungsaktivitä-ten können auf Fehlallokationen am Ausbildungsstellenmarkt hinweisen.
Entwicklung in Berufsfeldern mit hohen Anteilen an benachteiligten Jugendlichen
Betrachtet man gesondert diejenigen Berufe, die traditionell in größerem Maße benachteiligte Jugendliche aufnehmen, so hat sich in einigen dieser Berufe die Beschäftigung in den letzten Jahren erhöht, der Trend weist aber in Richtung Stagnation bzw. sinkendes Beschäftigungsvolumen.
Bei den bundesweiten bedeutendsten fünf außerbetrieblichen Ausbildungsberufen sind in der Region – zum Teil erhebliche – Beschäftigungsverluste und damit einhergehend rückläufige Ausbildungsquoten festzustellen. Allerdings weisen z.B. Maler und Lackierer sowie Kraftfahrzeuginstandsetzer nach wie vor hohe Ausbildungsquoten auf.
Besonders bei den Zielberufen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes gibt es sin-kende Beschäftigung und rückläufige Ausbildungsquoten.
Innerhalb der produzierenden Berufe sind die Beschäftigtenzahlen lediglich bei Kö-chen, sonstigen Montierern und Teilezurichtern gestiegen. Interessant ist die Be-schäftigungszunahme beim Teilezurichter, einem klassischen zweijährigen Ausbil-dungsberuf des metallverarbeitenden Gewerbes: dieser weist einen erheblichen Be-schäftigungszuwachs und mit über 40% die höchste Ausbildungsquote auf.
Bei Dienstleistungsberufen sind lediglich bei Bürofachkräften steigende Beschäftig-tenzahlen zu verzeichnen, allerdings mit geringeren Ausbildungsquoten. Die Zahl der Beschäftigten und die Ausbildungsquote blieben bei Hauswirtschaftsverwaltern sta-bil. Bei Verkäufern (Platz 2), Fachkräften im Gastgewerbe und Friseuren war die Beschäftigungsentwicklung und die Ausbildungsquote rückläufig.
2. Demographische Entwicklung in Main-Rhön und die Konsequenzen für den regionalen Arbeitsmarkt Der zweite Teilbereicht zeichnet in einem ersten Schritt die jüngste demographische Ent-wicklung in der Region nach. Ausgehend von der altersstrukturellen Zusammensetzung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Main-Rhön wird im zweiten Schritt der – rein demographisch bedingte – zu erwartende Fachkräftebedarf für die Region ermittelt. Zunächst auf allgemeiner Ebene, aber auch auf der Ebene der einzelnen Berufsgruppen für Main-Rhön.
Demographischer Wandel hat in Main-Rhön schon eingesetzt
Der demographische Umbruch hat auch die Region Main-Rhön erreicht. Die natürli-che Bevölkerungsbewegung ist seit Jahren negativ, die insgesamt positive Bevölke-rungsentwicklung in den Jahren 1995 bis 2003 ist auf Wanderungsgewinne zurückzuführen, die tendenziell abnehmen und seit 1999 den negativen Geburtensaldo nicht mehr kompensieren können.
Wanderungsgewinne erzielte die Region vor allem bei Personen im mittleren Erwachsenenalter mit Kindern, für die die Region anscheinend ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten und attraktiven Wohnraum bietet. Dagegen weist die Region seit Jahren ein negatives Wanderungssaldo in der ausbildungsrelevanten Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen auf. Handlungsbedarf wird hier in Zukunft darin bestehen, unter den Bedingungen eines verschärften Wettbewerbs um junge, qualifizierte Nachwuchskräfte diese Altersgruppe nach Abschluss der Ausbildung für die Region zurückzugewinnen.
Der demographische Wandel ist längst im Gange. So hat sich die demographische Entwicklung auch in Main-Rhön bereits in einer spürbaren Alterung der Bevölke-rung in den vergangenen Jahren niedergeschlagen. allein im Vergleich der Zeitpunk-te 1995 und 2003 ist der Anteil der jüngeren Altersgruppen unter 35 Jahre fast durchweg rückläufig gewesen, der Anteil der Altersgruppen über 35 Jahre dagegen angestiegen. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg der Altersgruppe über 65 Jahre an der Bevölkerung.
Die Altersstruktur der Bevölkerung zeigt in Folge des Suburbanisierungsprozesses deutliche Unterschiede zwischen der Stadt Schweinfurt und ihrem Umland.
Insgesamt weicht die Altersstruktur der Bevölkerung in Main-Rhön aber nicht gravierend von der Bayerns und Westdeutschlands ab.
Prognosen der künftigen Bevölkerungsentwicklung in Main-Rhön erwarten bis 2021 einen leichten Bevölkerungszuwachs bei weiter sich verändernder Altersstruktur der Bevölkerung: eine gravierende Abnahme der jungen Personen unter 25 Jahren, eine relative Stabilität der Zahl der im Haupterwerbsalter Befindlichen zwischen 25 und 60 Jahren und eine kontinuierliche Zunahme der über 60-Jährigen.
Spürbare Auswirkungen auf das Arbeitskräfteangebot wird die demographische Ent-wicklung in der Region erst ab 2013 entfalten. Bis dahin nimmt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter noch zu. Erst ab 2013 wird es zu einer leichten Abnahme des Erwerbspersonenpotenzials kommen. Mit einem Entlastungseffekt der Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt durch die demographische Entwicklung ist also mittelfristig nicht zu rechnen.
Auffälliger ist die prognostizierte Verschiebung der Altersstruktur der Erwerbsbevölkerung: Deutliche Rückgänge sind bei den zur Ausbildung anstehenden bzw. in Ausbildung befindlichen Altersgruppen von 16 bis unter 25 Jahren zu erwarten: die Gruppe der potenziell Ausbildungsplatzsuchenden (16 bis unter 19 Jahre) wird bereits ab 2005 kontinuierlich abnehmen, zunächst eher leicht, ab 2011 deutlich stärker und bis 2021 um insgesamt 4.300 Personen. Die Gruppe der 19 bis unter 25-Jährigen nimmt zwar zunächst noch zu, ab 2013 sinkt auch ihre Zahl deutlich ab. Äl-tere Erwerbstätige über 40 Jahre werden zunehmen.
Auch unter Berücksichtigung veränderter Erwerbsquoten (einer höheren Frauener-werbsbeteiligung und einer höheren Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer) wird das Arbeitskräfteangebot in der Region erst ab 2015 demographisch bedingt sinken.
Altersstrukturelle Entwicklung bei den Beschäftigten in Main-Rhön
Die Altersstruktur der Berufe in der Region entspricht in weiten Teilen den auch bundesweit anzutreffenden, mit den spezifischen Rahmenbedingungen einzelner Berufe zu erklärenden alterstypischen Berufsstrukturen.
„Alte“ Berufsgruppen (mit überdurchschnittlichen Anteilen von Beschäftigten über 50 Jahren) sind: -Reinigungsberufe (34 %), -Maschinisten und zugehörige Berufe (31 %), -Techniker (29 %), -Bauhilfsarbeiter (28 %), -Berufe des Landverkehrs (27 %), -Hauswirtschaftliche Berufe (27 %), -Lehrer (26 %), -Lagerverwalter und verwandte Berufe (25 %) sowie -Warenprüfer (25 %).
„Junge“ Berufsgruppen sind: -Gesundheitsdienstberufe, -Sozial- und Erziehungsberufe, -Mechaniker, -Schlosser, -Feinblechner und Installationsberufe, -Tischler, -Maler sowie -Gästebetreuer.
Viele der Berufsgruppen mit hohen Anteilen Älterer sind durch ein vergleichsweise niedriges Qualifikationsniveau gekennzeichnet (Reinigungskräfte, Bauhilfsarbeiter, Helfer in der Krankenpflege) oder bieten aus anderen Gründen eher wenig Einstiegsperspektiven für junge Arbeitskräfte (Kraftfahrzeugführer, Dienst-/Wachberufe, Lagerberufe, Hauswirtschaftliche Betreuer).
In den die Region prägenden Fertigungsberufen der Metall- und Elektroindustrie sind – durch Beschäftigungsabbau in der Vergangenheit und z.T. intensiver Nachwuchsausbildung – eher überdurchschnittlich junge Belegschaften entstanden, so dass sich kurzfristig hier kein überdurchschnittlich hoher Ersatzbedarf ergeben dürfte.
Bei einigen höher qualifizierten und akademischen Berufsgruppen deutet sich ein aus Altersgründen bedingter hoher Ersatzbedarf in den nächsten Jahren und damit mögli-cherweise Fachkräfteengpässe an: Lehrer, Ingenieure des Fahrzeug- und Maschinen-baus, Techniker.
Tendenzen des demographisch bedingten Arbeitskräfteersatzbedarfs in der Region Main-Rhön
Unter zugrunde Legung eines durchschnittlichen Renteneintrittsalters von 60 Jahren werden in der Region Main-Rhön bis zum Jahre 2020 altersbedingt ca. 50.000 Be-schäftigte aus dem Erwerbsleben ausscheiden, das sind ca. 34 % aller derzeit Be-schäftigten. Der Ersatzbedarf verteilt sich auf die einzelnen Projektionsjahre wie folgt: 2010: 12.700 Personen; 2015: 16.400 Personen; 2020: 20.300 Personen.
Auf Grund der etwas abweichenden Altersstruktur der derzeit Beschäftigten ist in Main-Rhön gegenüber Westdeutschland insgesamt mit einer leichten zeitlichen Verschiebung des größten Ersatzbedarfs auf das Jahr 2020 zu rechnen, der dann auch höher ausfällt als im Bundesgebiet insgesamt. D.h., der erhöhte Ersatzbedarf tritt zu einem Zeitpunkt ein, zu dem das Angebot an jungen Nachwuchskräften und das Erwerbspersonenpotenzial in der Region bereits rückläufig sind.
Bei der Bestimmung des demographischen Ersatzbedarfs muss berücksichtigt werden, dass dieser nur eine Komponente der künftigen Arbeitskräftenachfrage – neben dem wirtschaftsstrukturell bedingtem Erweiterungsbedarf bzw. auch dem durch die Wirtschaftsstrukturentwicklung in einigen Branchen zu erwartendem Beschäftigungsabbau - darstellt. Insofern bietet er lediglich einen ersten Orientierungsrahmen des zukünftigen Arbeitskräftenachfrage in der Region.
Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entfällt in allen drei Stichjahren der höchste quantitative Ersatzbedarf auf das verarbeitende Gewerbe, gefolgt von den zwei bedeutendsten Dienstleistungsbrachen „Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen“ sowie „Handel, Reparatur und Instandhaltung von Kfz und Gebrauchsgütern“. Mit einem überdurchschnittlich hohen Ersatzbedarf wird auch der öffentliche Dienst konfrontiert sein.
Der Ersatzbedarf differiert nach einzelnen Berufsfeldern und wird unterschiedlich schnell wirksam. In folgenden Berufsfeldern ist auf Grund des hohen Beschäftigungsstands und/oder eines hohen Durchschnittsalters in den nächsten Jahren mit quantitativ hohem Ersatzbedarf zu rechnen: -am größten ist der Ersatzbedarf in den Verwaltungs-, Büroberufen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Berufen (bis 2010 ca. 2.300 Personen), -bereits bis 2010 erreicht der Ersatzbedarf auch in den Verkehrs- und Lagerberufen, bei den Waren- und Dienstleistungskaufleuten, den Friseuren, Gästebetreuern, Hauswirtschaftern und Reinigungsberufen und den naturwissen-schaftlich-technischen Berufen eine Größenordnung von mehr als 1.000 Personen. -In den quantitativ ebenfalls bedeutenden Berufsfeldern der Gesundheitsdienstberufe, der Bau-, Bauneben- und Holzberufe und den Berufen der Metallerzeugung und -bearbeitung wächst der Ersatzbedarf erst 2015 in diese Größenordnungen hinein.
Auf der disaggregierten Ebene der Berufsgruppen ist in folgenden Berufsgruppen bereits kurzfristig, d.h. bis 2010, ein demographischer Ersatzbedarf in der Größenordnung von mehr als 500 Personen zu erwarten: -Bürofach- und Bürohilfskräfte, -Warenkaufleute, -Reinigungsberufe, -Techniker, -Metallverformer (spanend), -Berufe des Landverkehrs, -übrige Gesundheitsdienstberufe. Von einem zwischen 400 und 500 Personen liegenden Ersatzbedarf ist bei den Berufsgruppen: -Lagerverwalter und verwandte Berufe, -Montierer und -Metallberufe und -Warenprüfer auszugehen.
Berufsgruppen, in denen der demographische Ersatzbedarf auf Grund ihrer jungen Altersstruktur kurzfristig eher niedrig ausfallen wird, konzentrieren sich auf den Bau- und baunahen Sektor: Tischler, Maler, Bauausstatter, Maurer, Feinblechner/Installateure, Gartenbauer.
Vergleicht man diesen rein rechnerischen Ersatzbedarf mit der Beschäftigungsentwicklung, die diese Berufsgruppen in der Region in den vergangenen Jahren genommen haben, sowie mit einschlägigen Projektionen des zukünftigen berufsstrukturellen Fachkräftebedarfs in der Bundesrepublik, so zeigt sich, dass in einigen der o.g. Berufsgruppen der künftige Arbeitskräftebedarf tendenziell den Ersatzbedarf unterschreiten, in einigen allerdings darüber liegen dürfte.
Dies verweist auf die Notwendigkeit, die quantitative Bedarfsrechnung durch qualitative Ergebnisse, die regionale Besonderheiten und den Strukturwandel innerhalb der Berufsfelder berücksichtigt, zu ergänzen.
3. Entwicklung und Struktur der Arbeitslosigkeit auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön
Im dritten Teilbericht wird die Struktur der regionalen Arbeitslosigkeit näher untersucht. Zum einen geht es um die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Main-Rhön allgemein, besonders in den Jahren 1998 bis 2004. Zum anderen wird die Arbeitslosigkeit differenziert nach bestimmten Merkmalen wie Alter, Geschlecht usw. dargestellt. Des Weiteren erfolgt eine detaillierte Analyse nach den einzelnen Zielberufen der Arbeitslosen. Diese Ergebnisse werden dann in einem letzten Schritt mit dem voraussichtlichen Ersatzbedarf bis 2010 in verschiedenen Berufen gegen gespiegelt.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Main-Rhön
Nach Rückgang der Arbeitslosenquote in den Jahren 1998 bis 2001, Wiederanstieg der Arbeitslosenquote auf 7,9 % in 2004.
Gegenüber Westdeutschland aber eine günstigere Entwicklung der Arbeitslosenquote in den letzten Jahren.
Unterschiedliche Entwicklung der Arbeitslosenquote in den Teilregionen: höchste Arbeitslosenquote in der Stadt Schweinfurt, aber auch stärkerer Rückgang zwischen 1998 und 2004; niedrigste Arbeitslosenquote im Landkreis Schweinfurt
Arbeitskräftegruppen unterschiedlich von Arbeitslosigkeit betroffen
Strukturwandel zur Dienstleistungswirtschaft begünstigt Frauen: überdurchschnittlicher Rückgang der Arbeitslosenquote bei den Frauen, besonders in der Stadt und im Landkreis Schweinfurt.
Zunahme der Arbeitslosenquote von Ausländern, höchste Arbeitslosenquote unter Ausländern in der Stadt Schweinfurt.
Umschichtung bei der Jugendarbeitslosigkeit: demographisch bedingter Rückgang der Arbeitslosenquote bei den unter 20-Jährigen – steigender Anteil arbeitsloser Jugendlicher in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen: Hinweis auf zunehmende Probleme an der sog. zweiten Schwelle.
Rückgang registrierter Arbeitslosigkeit Älterer über 55 Jahre in Folge der Inanspruchnahme von Alternativoptionen (Altersteilzeit, Leistungsbezug nach § 428 SGB III).
Fast ein Drittel der Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos, Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitlosen aufgrund von Entlastungseffekten durch das Ausscheiden älterer Arbeitsloser aus der aktiven Arbeitssuche.
Das Gros der Arbeitslosen verfügt über eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung.
Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen sind gering Qualifizierte (kein formaler beruflicher Ausbildungsabschluss), ihr Anteil unter den Arbeitslosen ist mehr als doppelt so hoch wie unter den derzeit Beschäftigten.
Hochqualifizierte (Hochschul-/Fachhochschulabschluss) sind in Main-Rhön im Vergleich zu Westdeutschland stärker von Arbeitslosigkeit betroffen: gegenüber Westdeutschland geringere Beschäftigungs- und höhere Arbeitslosenanteile.
Berufliche Struktur der Arbeitslosigkeit in Main-Rhön
Dienstleistungsorientierte Berufsfelder stellen – trotz Beschäftigungsausweitung in diesem Sektor – den größten Anteil der Arbeitslosen, gefolgt von den Bau- und baunahen Berufsfeldern.
Berufsfelder mit mehr als 1.000 Arbeitslosen sind Verwaltungs- und Büroberufe; Waren- und Diensleistungskaufleute; Bau-, Bauneben- und Holzberufe; Verkehrs- und Lagerberufe; Metallberufe der Installations- und Metallbautechnik; Friseure, Gästebetreuer, Hauswirtschafter, Reiniger.
Auf der disaggregierten Ebene der Berufsgruppen weisen folgende Berufe einen besonders hohen Bestand an Arbeitslosen auf (Stand Sept. 2003):
Mehr als 500 Arbeitslose: Bürofach- und Bürohilfskräfte, Waren- und Dienstleis-tungskaufleute, Warenprüfer und Versandfertigmacher, Lagerverwalter, Lager- und Transportarbeiter, Reinigungsberufe, Montierer, übrige Gesundheitsdienstberufe, sozialpflegerische Berufe, Speisebereiter.
Mehr als 300 Arbeitslose: Rechnungskaufleute und EDV-Fachkräfte, Maurer, Tischler und Modellbauer, Maler und Lackierer, Berufe des Landverkehrs, Gäste-betreuer, Hauswirtschafter, Schlosser, Mechaniker, Elektriker, Gartenbauer, Dienst- und Wachberufe, Textilverarbeiter.
Auch solchen Berufsfeldern, die in den letzten Jahren in der Region ihre Beschäftigungsanteile ausweiten konnten, steht immer noch ein erhebliches Potenzial an Arbeitslosen gegenüber: z.B. bei den Gesundheitsdienstberufen, sozialpflegerischen Berufen, Lager- und Verkehrsberufe, Elektroberufen, Reinigungsberufen, Datenverarbeitungsfachleuten, Ordnungs- und Sicherheitsberufen.
Gemessen an der berufsspezifischen Arbeitslosenquote lassen sich in der Region Berufsgruppen mit unter- und solche mit überdurchschnittlichem Arbeitslosigkeitsrisiko identifizieren: überdurchschnittlich geringe Arbeitslosenquoten weisen zum einen die hochqualifizierten Berufe (Ärzte/Apotheker, Ingenieure, Techniker, Manager), zum anderen einige wenige Fertigungsberufe (Metallverformer, Maschinisten) auf. Berufe mit weit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosenquote in der Region (über 20 %) sind dagegen: Maler und Lackierer, Gartenbauer, Bauhilfsarbeiter, Holzaufbereiter, hauswirtschaftliche Berufe, Tischler und Modellbauer, Back- und Konditorwarenhersteller, Textilverarbeiter.
Bei einigen der überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffenen Berufsgruppen kumulieren sich mehrere Vermittlungsdefizite: ein hoher Anteil älterer Arbeitsloser sowie gering Qualifizierter. Dies sind im Bereich unternehmensnaher Dienstleistungen die Berufe Lagerverwalter/Lager- und Transportarbeiter, Warenprüfer und Dienst-/Wachberufe, einige Berufe im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen (Hauswirtschafter, Reinigungsberufe), die Hilfstätigkeiten im Baubereich sowie im verarbeitenden Gewerbe die Tätigkeiten in der Montage (Montierer).
Auf der anderen Seite finden sich in einigen der Berufsgruppen mit deutlich überdurchschnittlicher Arbeitslosenquote besonders hohe Anteile jungendlicher Arbeitsloser mit einer abgeschlossenen betrieblichen Ausbildung (Maler und Lackierer, Maurer, Tischler und Modellbauer, Mechaniker), dies könnte ein Hinweis auf Fehlallokationen im regionalen Ausbildungsgeschehen sein.
Berufsfachliche Struktur des Arbeitslosenpotenzials und demographischer Ersatzbedarf an Arbeitskräften bis 2010:
Rein quantitativ gesehen übersteigt die Größe des vorhandenen, arbeitslos gemeldeten Arbeitskräftereservoirs den bis 2010 absehbaren demographischen Ersatzbedarf bereits derzeit deutlich.
Ein Vergleich der berufsfachlichen Ausrichtung der Arbeitslosen mit dem Ersatzbedarf in den einzelnen Berufen zeigt:
ausgeprägte Überschussberufe, d.h. Berufsgruppen, in denen bereits derzeit das vorhandenen Arbeitslosenpotenzial die künftige Ersatznachfrage um mehr als das Doppelte übersteigt: Warenkaufleute, Tischler, Speisebereiter, Maurer, Maler, Gar-tenbauer, Mechaniker, Gästebetreuer.
eine große Gruppe von Berufen, in denen das derzeitige Arbeitslosenpotenzial deutlich über dem Ersatzbedarf liegt: Warenprüfer, Rechnungskaufleute/Datenverarbeitungsfachkräfte, Lagerverwalter, Montierer, Schlosser, Hauswirtschaftliche Berufe, Bauhilfsarbeiter.
wenige Berufe, in denen der zukünftige Ersatzbedarf nicht aus dem vorhandenen Arbeitslosenpotenzial gespeist werden könnte. Diese konzentrieren sich zudem stark auf höherqualifizierte Berufsgruppen: Techniker, Ingenieure, Manager, Bank- und Versicherungskaufleute, Ärzte und Apotheker und einige wenige Fertigungs- und Dienstleistungsberufe: Metallverformer (spanend), Berufe des Landverkehrs, Maschinisten und Bürofach- und Hilfskräfte.
Besonders problematisch ist, dass sich unter den Berufsgruppen, die sich einer besonders ungünstigen Angebots-/Nachfragerelation gegenübersehen auch in erheblichem Umfang solche befinden, deren Arbeitslosenpotenzial durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil jugendlicher, ausgebildeter Fachkräfte gekennzeichnet ist.
4. Struktur der beruflichen Erstausbildung in Main-Rhön und zukünftiger Fachkräftebedarf
Der vierte Teilbericht analysiert die bisherige Struktur der Absolventen allgemein bildender Schulen in der Region u.a. nach Schulabschlüssen, Geschlecht und Staatsangehörigkeit. Im Anschluss wird das Geschehen am Ausbildungsmarkt bezogen auf Angebot von und Nachfrage nach Ausbildungsstellen näher dargestellt. Abgeschlossen wird dieser Teil durch eine Prognose der Schulabsolventen in Main-Rhön, differenziert nach Schulabschlüssen bis zum Jahr 2021.
Absolventen allgemein bildender Schulen in Main-Rhön
Die höchste Zahl an Schulabgängern war in Main-Rhön im Jahr 2004 mit 5.800 erreicht.
Entgegen dem Bundesdurchschnitt und der Entwicklung in Gesamtbayern ist in Main-Rhön die Zahl der Schulabsolventen, die die allgemein bildenden Schulen ohne Abschluss verlassen, im Zeitraum von 1995 bis 2004 überproportional von 6,7 auf 8,1 % gestiegen, der höchste Wert lag 2003 bei einem Anteil von 9,4 %.
Der Anteil von Absolventen mit Hauptschulabschluss ist zwar stark rückläufig, diese Gruppe stellt aber immer noch 35 % der Schulabgänger.
Die Zahl der Schulabgänger mit mittlerem Schulabschluss ist zwischen 1995 und 2004 um 10 Prozentpunkte auf 40,5 % gestiegen. In 2003 lag der Anteil im Vergleich zu Bayern und Westdeutschland noch unterhalb des Durchschnitts.
Mit allgemeiner Hochschulreife verlassen im Jahr 2004 in Main-Rhön 16,6 % der Schüler allgemein bildende Schulen. Im Vergleich mit Westdeutschland (2003: 23 %) und Bayern (2003: 19 %) sind diese Absolventen unterdurchschnittlich vertreten.
Junge Frauen haben auch in Main-Rhön überwiegend höhere Schulabschlüsse. Von den Schulabgängern ohne Schulabschluss sind zwei Drittel junge Männer.
Der Anteil ausländischer Absolventen ist mit 3 % vergleichsweise niedrig, ein Viertel verlässt die Schule ohne einen Hauptschulabschluss. Die Unterteilung nach ausländischen und deutschen Schülern unterschätzt die Gesamtzahl von Schülern mit Migrationshintergrund.
Im Vergleich mit Westdeutschland und Bayern hat die Region Main-Rhön im Jahr 2003 die höchsten Anteile bei Absolventen ohne und mit Hauptschulabschluss, die niedrigsten Anteile bei Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife. Die Anteile der Schüler mit mittlerem Schulabschluss liegen im bayerischen Durchschnitt, aber deutlich unter dem westdeutschen Mittel.
Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage in Main-Rhön
Die Angebot-Nachfrage-Relation wird zwar im Berufsbildungsbericht als „ausgeglichen“ ausgewiesen, dies ist aber trügerisch, die Beurteilung des Ausbildungsmarkts aufgrund der ANR ist eigentlich eine Betrachtung nachdem Marktausgleichsprozesse wirksam wurden.
Das Handwerk wurde von Industrie und Handel als der Wirtschaftszweig mit den meisten Neuabschlüssen von Ausbildungsverträgen abgelöst.
Der betriebliche Ausbildungsmarkt ist zunehmend prekär: Das Angebot der – bei der Agentur für Arbeit gemeldeten – Ausbildungsplätze ist seit 2001 wieder stark rückläufig. Die Zahl der gemeldeten Bewerber ist deutlich angestiegen, dies geht zu Lasten von Bewerbern mit ungünstiger Qualifikationsstruktur.
Das Auseinanderklaffen der Anzahl an Bewerbern und von Ausbildungsplätzen hat auch einen zunehmenden Bewerberstau aus nicht vermittelten Jugendlichen der Vorjahre zur Folge.
Der Anteil der Bewerber, die in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis münden, geht zurück.
Prognose der Schulabsolventen in der Region Main-Rhön bis 2021
Die jüngeren Bevölkerungsgruppen werden sukzessive geringere Anteile an der Bevölkerung haben. Die Altersgruppen von 16 bis unter 19 Jahre als sog. ausbildungsrelevante Jahrgänge sind rückläufig. Innerhalb der erwerbsfähigen Bevölkerung (16- bis unter 60-Jährige) nimmt der Anteil der 16- bis unter 19-Jährigen die nächsten 15 Jahre deutlich ab.
Bis zum Jahr 2009 sind leichte Rückgänge der Absolventen allgemein bildender Schulen zu erwarten, ab 2013 wird der Rückgang schneller fortschreiten.
Nachfrage nach Ausbildungsplätzen: Es ist zu erwarten, dass die Region auch längerfristig eine ungünstige Bildungsstruktur bei Ausbildungsplatzbewerbern haben wird, d.h. überwiegend Bewerber mit und ohne Hauptschulabschluss.
Der Rückgang der ausbildungsrelevanten Altersjahrgänge ab 2009 wird kaum Entlastung am Ausbildungsmarkt bringen:
In den Prognosen sind die Altbewerber der letzten Jahre nicht berücksichtigt, die sich weiter um einen Ausbildungsplatz bemühen.
Ausbildungsplatznachfrager mit Abitur werden die nächsten Jahre zunehmen, da zum einen ab 2007 in Bayern Studiengebühren eingeführt werden und zum anderen in 2011 zwei Abiturjahrgänge die Schulen verlassen.
Direkte Folge aus obigem wird sein, dass Schüler mit schlechteren Schulabschlüssen deutlich geringere Chancen am Ausbildungsmarkt haben werden.
5. Entwicklung der Berufsausbildung in Main-Rhön Im fünften Teilbericht wird der Ausbildungsmarkt anhand der ausgebildeten Berufsgrup-pen bzw. Ausbildungsberufe, auch der zweijährigen Ausbildungsberufe näher dargestellt. Dieser Analyseteil kann aufgrund methodischer Schwierigkeiten nur begrenzt Aussagen zur zeitlichen Entwicklung in einzelnen Berufen treffen.
Neue Ausbildungsverträge nach Berufsgruppen in Main-Rhön
Die stärksten Zunahmen an neuen Ausbildungsverträgen erfolgt zwischen 1996 und 2004 in jenen gewerblichen und kaufmännischen Berufen, die dem Wirtschaftszweig Industrie und Handel zugeordnet werden
Die stärksten Rückgänge bei den Neuabschlüssen von Ausbildungsverträgen sind im handwerklichen Bau-, Bauneben- sowie Holzgewerbe (Stufenausbildung Bauwirt-schaft, Tischler, Gas- und Wasserinstallateure, Maler und Lackierer) festzustellen.
Neuabschlüsse nach Berufsgruppen in 2004 …
Die Neuabschlüsse in den Metallberufen sind gegenüber 2002 rückläufig. Innerhalb dieser Berufsgruppe wurden für die Ausbildungsberufe Industriemechaniker, Kraft-fahrzeugmechatroniker und Metallbauer die meisten Ausbildungsverträge geschlossen.
In den Elektroberufen gab es zwischen 2002 und 2004 eine geringe Ausweitung des Ausbildungsvolumens (+14). Für den Ausbildungsberuf Elektroniker FR Energie- und Gebäudetechnik wurden in 2004 die meisten Ausbildungsverträge geschlossen (55). Stark vertreten sind auch die Berufe Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, für Betriebstechnik sowie für Geräte und Systeme.
Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge stieg in den Ernährungsberufen zwischen 2002 und 2004 um 8 %. Die 223 Neuabschlüsse verteilen sich auf die drei Berufe Koch (98), Bäcker (60), Fleischer (50) und Konditor (15).
Die Neuabschlüsse in den Bau-, Bauneben- und Holzberufe sind in dem Zeitraum von 2002 bis 2004 um 22 % zurückgegangen. Bei den Bau- und Baunebenberufen ist der am häufigste vertretene Ausbildungsberuf der für Maler und Lackierer (134), gefolgt von Maurern (41), Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern (13). Die Holzberufe werden hauptsächlich durch den Tischler (76) vertreten.
In technischen Berufen wurden überwiegend in den Ausbildungsberufen Fachinformatiker (20), Bauzeichner (17), technische Zeichner (16) und Mediengestalter (12) neue Verträge geschlossen.
Neue Ausbildungsverträge nach Berufsgruppen in Main-Rhön …
Die Waren- und Dienstleistungsberufe haben quantitativ den höchsten Anteil an allen neuen Ausbildungsverträgen mit geringen Zuwächsen gegenüber 2002. Die zahlenmäßig am stärksten vertreten Berufe sind Kaufmann im Einzelhandel (148), Fach-verkäufer im Nahrungsmittelhandwerk (127) und Verkäufer (87). Dem Logistikbereich zuordenbare Berufe umfassen 88 neue Verträge. Kaufmännische Berufe, ohne Kaufmann im Einzelhandel, haben einen Umfang von ca. 230 Neuverträgen und so-mit über die Hälfte aller in dieser Berufsgruppe neu abgeschlossenen Verträge (u.a. Bankkaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Automobilkaufmann, Infor-matik-, Reiseverkehrs- und Versicherungskaufmann usw.).
Die Verwaltungs- und Büroberufe sind überwiegend durch die Ausbildungsberufe Bürokaufmann (117), Industriekaufmann (105) und Kaufmann für Bürokommunikation (88) vertreten. Gegenüber 2002 stiegen die Neuabschlüsse um ca. 40 Verträge.
Übrige Dienstleistungsberufe umfassen hauptsächlich Ausbildungsberufe im medizi-nischen Bereich (Arzthelfer 130, zahnmedizinische Fachangestellte 68, Tierarzthelfer 7). Nennenswert ist noch der Ausbildungsberuf Fachmann für Systemgastronomie mit 14 Neuverträgen.
In der Berufsgruppe Körperpflege, Hauswirtschafts- und Reinigungsberufe ist die Friseurausbildung mit 91 neuen Verträgen am stärksten vertreten. Im Gastronomie-bereich mit Ausbildungsberufen wie Hotelfachmann, Restaurantfachmann, Fachkraft im Gastgewerbe und Hotelkaufmann wurden insgesamt 114 neue Ausbildungsver-hältnisse eingegangen.
Bei den übrigen Fertigungsberufen sind im industriellen Fertigungsbereich ca. 119 Ausbildungsverträge geschlossen worden, z.B. Zerspanungsmechaniker (48), Ver-fahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik (18), Teilezurichter (15) und Konstruktionsmechaniker (13). Der handwerkliche Baubereich ist mit 42 neuen Verträgen repräsentiert, u.a. Zimmerer (28) und Dachdecker (13).
Die in der Berufsgruppe sonstige Berufe zusammengefassten Ausbildungsberufe sind überwiegend der Landwirtschaft bzw. den grünen Berufen zuzuordnen. Die meisten Verträge wurden für Gärtner FR Garten- und Landschaftsbau (27) geschlossen. Aus dem handwerklichen Bereich sind noch Fahrzeuglackierer (15) vertreten.
Zweijährige Ausbildungsberufe nehmen zu: Das Gros der 159 zweijährigen Ausbil-dungsverträge wurde für die Berufe Verkäufer (87), Fachkraft im Gastgewerbe (17), Teilezurichter (15) und Fachlagerist (12) abgeschlossen. Im Jahr 2003 wurden 60 Verträge in den verkürzten Ausbildungsberufen abgeschlossen, davon 59 für den Beruf Verkäufer.