Fachtagung Jugendkonferenz Main-Rhön „Bestandsaufnahme und Perspektiven für ein regional abgestimmtes Übergangsmanagement“ am 06.02.2007 um 10.00 – 16.00 Uhr
Jungen Menschen in den Kommunen und Landkreisen stehen in der Phase der Berufseinmündung Leistungen aus verschiedenen Rechtskreisen zu (SGB II, SGB III, SGB VIII). Diese können sich ergänzen, treten aber mitunter auch in ein Verhältnis von Vor- bzw. Nachrangigkeit oder auch Konkurrenz.
Die Tagung möchte der Frage nachgehen, wie eine gute Zusammenarbeit aller Akteure der kommunalen Beschäftigungs- und Kommunalpolitik erreicht werden kann mit dem Ziel eines kohärenten Integrationskonzeptes.
Sowohl in der Region Main-Rhön als auch überregional befinden sich Modelle und Ansätze der Kooperation in der Entwicklung, werden erprobt oder haben sich bereits in der Praxis bewährt.
Diese Tagung will eine Bestandsaufnahme ermöglichen und Anstöße sowie fachliche Anregungen für die Weiterentwicklung eines regional abgestimmten Übergangsmanagements geben.
Tagungsort
Saal "Kugelmühle"
Schaeffler KG FAG Georg-Schäfer-Straße 30 97421 Schweinfurt www.fag.de
10.30 Einführung durch Fachmoderator Lutz Wende Anmerkungen zur erfolgreichen lokalen Kooperation Regionales Übergangsmanagement - ein kohärentes lokales Integrationskonzept für junge Menschen braucht eine legitimierte Gesamtsteuerung und ein professionelles Schnittstellenmanagement.
Faktoren für die Wirksamkeit des Übergangsfeldes -Zugangsgestaltung -Koordination -Reflexivität
10.45 Eckpunkte kommunaler Konzepte zur beruflichen Integration junger Menschen. Rekonstruktion der lokalen Strategie der Stadt Wiesbaden. Kein Baukastensystem. Heiner Brülle, Jugendhilfe - und Sozialplaner bei der Wiesbaden
Bausteine einer lokalen Strategie:
"Messen was ist" - Aufbau eines kontinuierlichen kommunalen Berichtswesens zur Bildungsbeteiligung -Monitoring der Integration von Migrannten und Migranntinnen -Übergänge zählen - nicht formale Bildungsabschlüsse -Bildungschancen dürfen nicht in der Schule enden -schulische Mißerfolge setzen sich im Berufsbildungs- und Beschäftigungssystem fort
Entwickeln eines gemeinsamen Leitbildes und Eckpunkte für die berufliche Eingliederung junger Menschen -Leitbild der Jugendhilfe -individuelle Integrationsstrategien ermöglichen -Vernetzung und Systemkoppelung nötig -Lokalisierung - die Kommunen sind die natürlichen Orte zur Vereinbarung, Planung, Steurung und Umsetzung der Eckpunkte. Basis: Berichtswesen, echte Studien.
Schulsozialarbeit oder Fördernetzwerke und ein Programm zur Kompetenzentwicklung sollen Perspektiven für Hauptschüler und Hauptschülerinnen schaffen -Übergang Schule - Beruf beginnt in der Schule -Schulbezogene Förderkette -Prävention: Neues BA-Programm Verbesserung der Ausbildungschancen Jugendlicher 2007 -Konzept, Rolle und Bedeutung der Schulsozialarbeit in Wiesbaden -Kompetenz-Entwicklungs-Programm im Übergang Schule-Beruf im Verbund -Ausbildungsagentur zwischen SGB II und SGB VIII
Nach dem Hauptschulabschluss in einem extrem unübersichtlichem Feld -institutionelle Vielfalt und schwierige Zuständigkeitsklärungen -"Wettbewerb" der Leistungs- und Kostenträger um Unzuständigkeit -große Finanzbudgets viele Angebote und Maßnahmen aber keine klare Steuerung und Feldverantwortung ---Systemkoppelung muss lokal entwickelt und verbindlich zwischen den Institutionen ausgestaltet werden
Casemanagement und systembezogenes Übergangsmanagement sind die konzeptionellen Säulen zur Ausgestaltung des Übergangsfeldes Schule - Beruf -zentrale Anforderungen des individuellen Unterstützungsprozesses z.B. verbindliche Vereinbarungen und Standards zu Leistungsprozessen...
-zentrale Anforderungen der Systemkoppelung z.B. "Marktübersicht" über Bewerber/innen; Ausbildungsstellen und intermediäre Systeme und Angebote; alle Akteure übernehmen Verantwortung für eine erfolgreiche nachhaltige berufliche Bildung in der Kommune/Region (z.B. kommunaler Berufsbildungspakt).....
Strategien der 2., 3. etc. Chance - Arbeiten, Orientieren, Qualifizieren und Zertifizieren
Nachfragen und Diskussion Bereits während der Fachvorträge wurde deutlich, wie groß das Interesse der Teilnehmer am Thema und am fachlichen institutionsübergreifenden Austausch ist.
Themen und Aussagen
Schwierigkeit der Elternarbeit. Viele Eltern haben wie die Jugendlichen abgeschlossen mit dem Bildungs- und Berufsbildungssystem. Prävention.
Einrichten einer lokalen Übergangsdatenbank
Durch Vernetzung Chancen entwickeln auch in "schlechten" Systemen
Lehrkräfte sind Dreh- und Angelpunkt
Schnittstellenproblematik zwischen den Schulen (auch Berufsschulen-allgemeinbildende Schulen)
Berufsschulen sind zum System der Berufsvorbereitung geworden
Identifizieren von Übergabepunkten
In Hessen wird Schulsozialarbeit ausschließlich mit kommunalen Mitteln finanziert
es führt an der Netzwerbildung kein Weg vorbei
Netzwerkmanagament. Wer organisiert und steuert die Netzwerke ohne zusätzliche Ressourcen?
ARGE für Arbeit im Landkreis Rhön-Grabfeld Alexandra Elbert, Teamleiterin
Zusammenarbeit der Berufsberatung und der ARGE (unter einem Dach)
Agentur für Arbeit (Berufsberatung) übernimmt die Ausbildungsvermittlung für die ARGE
Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst (Caritas, Sprachunterricht...)
Besondere Maßnahmen -Sprachkurs -AGH für "schulferne" Jugendliche, intensive Betreuung, aufsuchende Sozialarbeit -spezielle Maßnahme für junge Migrantinnen mit Kind (vor allen Dingen Spätaussiedler) -Gemeinsame Finanzierung (Jugendamt und ARGE) von Tagesmüttern für (werdende) junge Mütter
ARGE für Arbeit im Landkreis Bad Kissingen Theodor Hergenröther, Geschäfstführer
Entscheidung gegen eine weitere "große Jugendkonferenz" - da so nicht zweckdienlich
intensive und gute Zusammenarbeit zwischen Berufsberatung und ARGE
klassische Aufgabe: Fallmanagement der ARGE (schnelle Vermittlung ist vorrangig)
Beobachtungen: -relativ hohe Suchtproblematik besonders bei jungen Aussiedlern -Zahl der Arbeitslosen nimmt ab - etwas sichere Arbeitsplätze -kaum eine "Bugwelle" ausbildungsplatzloser Jugendlicher Altbewerber im Landkreis Bad Kissingen
Erstes Ziel: Betriebliche Ausbildung
Besondere Angebote und Maßnahmen
Neue Schwerpunkte: -Bereich Alkoholabhängigkeit (Entgiftung und Qualifizierung) -Integration Alleinerziehender - Bedarf steigt -Zusammenarbeit Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit (Initiatoren Jugendhilfeplanung) und Fallmanagement (kann Jugendkonferenz ersetzen) erste Sitzung hat bereits stattgefunden -Eingliederungsvereinbarungen - Einbezug der Berufsberatung. Sanktionsmöglichkeit über ARGE Fallmanagement
Enge Zusammenarbeit zwischen ARGE und Jugendamt (traditionell gewachsen)
Neue Vereinbarung der Zusammenarbeit zwischen ARGE und Berufsberatung
Besondere Maßnahmen Alle Beschäftigungsmaßnahmen sind ergebnis- bzw. produktorientiert und damit wertschaffend Folgende Maßnahmen werden gemeinsam über Jugendamt, ARGE, AMF und Eigenmittel der Träger finanziert: -Produktionsschule (BRK) -Aurena-Projekt (VHS) -Fit for Job (Kolping-Bildungszentrum) Finanzierung nur durch ARGE: -AGH Königsberger Lehrwerkstätten (Drogenhilfe Thübingen)
Die gemeinsame Finanzierung von Maßnahmen durch Jugenamt und ARGE löst eine angeregte Diskussion aus
Optionskommune Stabstelle Stadt Schweinfurt Maria Albert-Wirsching
Situation Jugendlicher U25 -Hauptschüler weitaus größte Gruppe der nicht vermittelten Bewerber -hoher Anteil von Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund -wachsende Bugwelle -nicht ausbildungsreife Schulabgänger
Lösungsansätze -strategische Entscheidung: Fördern und Fordern muss früher ansetzen-Fokus auf Schule
Perspektiven -Aufbau eines Berichtswesens zur Bildungsbeteiligung -Verzahnung der Aktivitäten im Bereich Übergang Schule-Beruf -Entwicklung spezifischer Handlungsansätze, z.B. Migration, Elternarbeit, Sozialraumbezug -Aubau eines lokalen Bildungs- und Übergangsmonitoring -Ergebnistransfer und Transparenz in der politischen Darstellung
14.45 Dimensionen und Auswirkungen des subventionierten Ausbildungs- und Praktikumsmarktes Friedrich Walla, Berufsberater. Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) e.V
Ein statisitsches Dilemma Die nicht verreisten Bayern-Fans (NVB). Ein Sommernachtsmärchen Probleme bei der Bestimmung von Ausbildungsplatznachfrage und Ausbildungsplatzangebot
Ausbildungsstellenmarkt der Region - seit Jahren aus dem Gleichgewicht
Liga-Ranking Ausbildungsstellensuche
Praktikumsmarkt in der Region Main-Rhön (nur EQJ und BvB) entspricht dem betrieblichen Anteil von ca. 15-20% des jährlichen Lehrstellenangebotes
Zahl Jugendlicher ohne Ausbildungsplatz in Bayern in Qualifizierungs-Warteschleifen Schulen
Subventionen für Ausbildung 15 Beispiele unterschiedlicher Subventionskonstellationen für Betriebe in der Region
Fazit: -Warteschleifen Region -EQJ/BvB verdrängen/ersetzen Lehrstellen -Mitnahmeffekte -Betriebe und Jugendliche "verwöhnt" -......
15.00 Handlungsempfehlungen für ein regional abgestimmtes Übergangsmanagement Ergebnisse des Modellprogramms „Kompetenzen fördern“ Gerold Stühler-Lenhard. Geschäftsführer HWK-Service GmbH
Auszüge von Ergebnissen der Arbeitsgruppe "Regionale und lokale Netzwerke"
Handlungsempfehlungen für Netzwerkinitatoren
Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik -regionales Übergangsmanagement gestalten und absichern -Steuerung durch regionales Kooperationsforum -Kooperationsforum benötigt eine neutrale Koordinierungs- und Steuerungsstelle. Diese Stelle sollte als Stabstelle bei der politischen Führung der Gebietskörperschaft angesiedelt sein -Schule als zentraler Netzwerkpartner im Übergangsmanagement
Utopie? Vision -Finanzierung der beruflichen Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf aus einer Hand?
Es gibt kein Generalkonzept und keine fertige Gesamtlösung. In allen Beiträgen finden sich Ansätze eines regionalen Übergangsmanagements. Diese Einzelansätze sollten systematisch verzahnt und weiterentwickelt werden.
Wichtige Voraussetzungen sind:
Herstellung von Transparenz und der fachliche Austausch über Leistungen und Wirkungen.
Aktivierung aller lokalen Akteure um gemeinsam Problemstellungen zu bearbeiten
Vorhandene Problemstellungen zur geziehlten Weiterentwicklung bestehender Angebote nutzen.
Die Existenz von Netzwerkern, die koordinieren, aktivieren,bündeln vermitteln und das Projekt Koooperation vorantreiben.
Arbeitsschwerpunkte Arbeitsmarkt-, Sozial- und Jugendhilfepolitik, Organisationssoziologie, Non Profit-Organisationen, Sozialmanagement, Integrationspolitiken der Jugendhilfe, Sozialhilfe und in der Arbeitsmarktpolitik, Organisation sozialer Dienste und Einrichtungen, Programmevaluation. www.isr-frankfurt.de
Arbeitsschwerpunkte Jugendhilfe- und Sozialplanung; Beschäftigungsförderung und Berufsbildungspolitik, kommunale Bildungs- und Integrationspolitik, sozialräumliche Strategien der Leistungserbringung und des Berichtswesens, Organisation sozialer Dienstleistungen, Analyse und Entwicklung von Dienstleistungsprozessen und Organisationen, Evaluation sozialer Dienstleistungsprozesse, Organisationsberatung www.isr-frankfurt.de