Hintergrund
Was bedeutet SETUP – KooperationsWerkstatt? Was bedeutet BQF? Was sind die Ziele des BQF-Programms im Einzelnen? Was sind die Entwicklungsbereiche? Wer finanziert das Projekt? Was ist die Ausgangssituation? Was bedeutet „Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“ ?
SETUP – KooperationsWerkstatt
SETUP steht für die Installation einer gemeinsamen Arbeitsplattform zur Weiter- Entwicklung einer bedarfsgerechten, arbeitsmarktorientierten Qualifizierung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf im Bezirk der Arbeitsagentur Schweinfurt.
SETUP – KooperationsWerkstatt ist das BQF - Projekt für die Region Main Rhön.

BQF
BQF bedeutet: „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf.
Es ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Das Programm versteht sich als Weiterentwicklung der Benachteiligtenförderung hin zu einem effizienten Fördersystem. Es soll dazu beitragen, die Benachteiligtenförderung zu einem integralen Bestandteil der Berufsausbildung weiterzuentwickeln und dem bildungspolitischen Grundsatz "Ausbildung für Alle" in vollem Umfang Geltung zu verschaffen.
Im folgenden Text wird mit dem Kürzel BQF-Zielgruppe folgende Definition verbunden: „Berufliche Qualifizierung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“.

Ziele des BQF-Programms
- Steigerung der Effizienz vorhandener Fördermaßnahmen im Sinne besserer Integrationserfolge in Ausbildung und Beschäftigung
- Schließung von Lücken im Förderangebot
- Verbesserung der Zielgruppenausrichtung der Förderung
- Stärkere (Wieder-)Öffnung betrieblicher Ausbildungsplätze im dualen System für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
Im Rahmen des BQF - Programms werden bundesweit eine Vielzahl unterschiedlichster Vorhaben gefördert. Mehr dazu findet sich unter www.kompetenzen-foerdern.de.

Entwicklungsbereiche
Das Projekt bezieht sich auf alle drei Bereiche der "Beruflichen Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf"
- Der Berufsausbildungsvorbereitung (BAVB)
- Der Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)
- Der Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH)
und setzt bei der Weiterentwicklung auch über diese Strukturen hinaus auf das Innovations- und Optimierungspotenzial aller beteiligter Akteure.

Finanzierung
Das Projekt wird finanziert durch die Programmfördermittel BQF des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), durch Gelder des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie durch Eigenmittel der HWK-Service GmbH.

Ausgangssituation
Regional Die Durchführung des Projekts konzentriert sich auf den Bezirk der Arbeitsagentur Schweinfurt. Die Region Main-Rhön umfasst die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Hassberge, Schweinfurt und die kreisfreie Stadt Schweinfurt. Sie ist von der regionalen Ausdehnung her der zweitgrößte Bayerns.
Die relativ strukturschwache Region mit einer Arbeitslosenquote von 7,1 % und einem angespannten Ausbildungsstellenmarkt wirkt sich besonders negativ auf die Zukunftsperspektiven der BQF – Zielgruppe aus. Parallel dazu hat sich – nicht zuletzt aufgrund dieser Situation - eine sehr dichte Förderlandschaft mit einer Vielzahl von Bildungsträgern entwickelt, ohne dass jedoch die verschiedenen Angebote der unterschiedlichen Träger bisher in ausreichendem Maße koordiniert wären.
Überregional Die Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit e.V. ( BAG JAW e.V.) stellt dazu in ihrer Expertise fest:
„Aufs Ganze gesehen fehlt es in Deutschland nicht an Mitteln und Maßnahmen für die berufliche Benachteiligtenförderung. Die Defizite liegen in den Strukturen. Das gilt sowohl hinsichtlich der Maßnahmevielfalt, die oft zu Recht als „Maßnahme-Dschungel“ kritisiert wird, als auch – aus der Maßnahmevielfalt direkt resultierend – hinsichtlich der Aufbringung der Mittel und ihrer Verwendung. Der Einsatz der vorhandenen, aus verschiedenen Quellen stammenden Fördermittel erfolgt nicht optimal, weil es an förderbereichsübergreifender Koordinierung mangelt. Es gibt offensichtlich Effizienzreserven.“ (aus : Expertise BAG JAW S.9/10 01.07.2004).
Demografische Entwicklung Durch die Demografische Entwicklung werden voraussichtlich in absehbarer Zeit erhebliche Probleme bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses erwartet. Es droht eine Qualifizierungslücke, die zum Teil durch die berufliche Qualifizierung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf (BQF-Zielgruppe) geschlossen werden kann. Dazu ist es notwendig, die bisher noch wenig genutzten Qualifikationspotenziale junger Menschen durch eine stärkere Konzentration auf die beruflichen Anforderungen die vom Beschäftigungssystem gestellt werden, zu erschließen.
Die von diesem Projekt durchzuführenden Arbeitsmarkt- und Qualifikationsbedarfsanalysen sollen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten und den Transfer in die Entwicklungsarbeit ermöglichen.

Definition „Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“
Es gibt zahlreiche Faktoren und Wirkungszusammenhänge, die insbesondere Jugendliche aus sozial schwächeren und zugewanderten Familien in Bildung und Berufsausbildung tendenziell benachteiligen.
Die Zahl dieser Jugendlichen in der BAVB steigt seit Jahren.
Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf sind all diejenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf Grund persönlicher oder sozialer Gegebenheiten benachteiligt sind und deshalb nur schwer Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung finden.
Dazu zählen vor allem
- Lernbeeinträchtigte
- Jugendliche ohne Hauptschulabschluss
- Jugendliche aus problematischen sozialen Umfeldern
- Ausländische Jugendliche und Migranten
- Ausbildungsabbrecher/-innen
- noch nicht berufsreife Jugendliche
- Un- und Angelernte
- Jugendliche in der Erziehungshilfe
- Strafentlassene
- Jugendliche, die Angebote der beruflichen Eingliederung nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen.
Nicht dazu zählen Jugendliche, die lediglich aufgrund des mangelhaften Lehrstellenangebots ohne Ausbildung und Qualifizierung bleiben (Stichwort Marktbenachteiligung).

|